Unser JHV 2019

Rückblick auf 2018

Saaldorf, Mittwoch, 6. Februar 2019

Auch heuer fand, wie jedes Jahr, unsere traditionelle Jahreshaupt-Versammlung in der Saaldorfer Mehrzweckhalle statt. Wie immer betrat man eine schön dekorierte Halle und sah gleich die große Tombola auf der Bühne. Eine frühlingshafte Tisch-Deko rundete das Ganze ab.

Mit Spannung warteten unsere Besucher auf den neuen Fachvortrag von Kreisfachberater Markus Putzhammer, der wie jedes Jahr der Höhepunkt des Abends ist und viele Besucher anlockt. Traditionell hält er den Vortrag auf unserer Jahres-Hauptversammlung und gibt viele praktische Tipps und Tricks für die Gartler preis.

Unser 1. Vorsitzendender Sepp Warislohner begrüßte alle anwesenden Gäste und zeigte sich sichtlich erfreut über die vielen Besucher aus nah und fern. Auch aus den benachbarten Gartenbauvereinen fanden viele Vorstände und Beisitzer den Weg nach Saaldorf.

Bunt durchs Jahr – unsere Rückschau
Per Power-Point-Präsentation, mit vielen bunten Fotos und beschwingten Kommentaren blickte Schriftführerin Renate Simon auf das vergangene Vereinsjahr zurück. Dieser Bericht fällt meist recht umfangreich aus, weil die Gartler ja auch sehr viel auf die Beine stellen. Zusammen mit Sepp Warislohner wird auch immer auf kommende Aktionen vorausgeschaut. Wie man sehen konnte, ist unser Verein, insbesondere die Vorstandsriege auf vielen Feldern sehr aktiv. Wir beteiligen uns an diversen Festen der Gemeinde, Palmbesen- und Adventskranz binden in der Grund-Schule. Und auch bei verschiedenen Ausflügen und Vorträgen erfahren unsere Mitglieder Wissenswertes rund um den Garten und Natur.

Persönlicher Dank aus dem Rathaus
Unser 2. Bürgermeister, Andreas Buchwinkler, dankte uns in seiner Ansprache für die vielen Aktivitäten, die wir mit den Kindern durchführen. Dank uns, werden den Kindern alte Bräuche wie z. B. Palmbesen- und Adventskranz binden vermittelt. Denn nur was man selber mit Freude erlernt, gibt man gerne weiter. Längst vergessene Kinderspiele werden von uns Gartlern wieder ins Leben gerufen. Wie z. B. beim letzten Ferienprogramm, da durften die Kinder selbst Stelzen bauen und bemalen. Dies ist eine wertvolle Arbeit, wie wir hier leisten, betonte er.

Zusammenarbeit mit der Saaldorfer Schule
Der Schulleiter unserer Gemeinde, Hans Goldschalt, würdigt die wertvolle Zusammenarbeit mit der Schule ebenso, wie sein Vorredner. Er lobte: „Die Gartler unterstützen die Saaldorfer Schule schon seit vielen Jahren und sind auch recht aktiv in die ‚Umweltschule‘ mit eingebunden“. Er freut sich bereits auf die nächste Aktion mit den Saaldorfer Gartlern, das ist das traditionelle Palmbesen binden vor Ostern.

Grüße vom Kreisverband
Der stellvertretender Vorsitzende, Anderl Schmölz überbrachte uns die Grüße vom Kreisverband. Er lobte gleich zu Anfang unsere stets brandaktuelle und interessante Internetseite. Ob Termine oder bunte Fotos der Veranstaltungen, es gibt immer was Neues auf unserer Homepage zu sehen. Außerdem wies er auch auf die Kreisversammlung am Samstag, 23. März 2019 in Weildorf hin.

Viele Themen wurden angesprochen, wie z. B. Tag der offenen Gartentür, Volksbegehren, Artenvielfalt, Streuobstwiesen uvm. Nicht jeder ist immer gleicher Meinung, doch alle sind sich einig: „Wir müssen alle dafür sorgen, dass es in eine gesunde Richtung geht!“

Ehrungen für 20-jährige Mitgliedschaft
Ein besonderes Anliegen sind uns die alljährlichen Ehrungen. Es wurden wieder etliche langjährige Mitglieder mit der Ehrennadel in Bronze für 20 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Mit der Ehrennadel –angesteckt von Markus Putzhammer- und einer gerahmten Urkunde –ausgehändigt von Anderl Schmölz- wurde den Jubilaren gratuliert. Die Vorstandschaft bedankte sich außerdem noch bei jedem einzelnen Geehrten für die Treue mit einem Blumenstock. Die Anwesenden spendeten den langjährig, treuen Mitgliedern großen Beifall.

Begeisternder Vortrag von scheidenden Kreisvorsitzenden
Über die ersten Frühjahrsblüher in der Au, die Fütterung der Singvögel, sowie alte Apfelsorten und von schönen blumengeschmückten Balkonen und Häusern, erzählte uns der Kreisfachberater Markus Putzhammer in seinem unverfälschten sympathischen Bairisch. Mit bunten Bildern untermalte er seinen recht lebhaften Vortrag.

Der Kreisfachberater stimmte uns und unsere Gäste auch auf die kommende Gartenzeit ein. Man soll sich jetzt schon seine Gedanken machen, was man in der kommenden Gartensaison alles machen will und was alles ansteht. Ratsam ist es auch, mal was völlig Neues auszuprobieren, z. B. neue Tomaten- oder Salatsorten zu pflanzen. Er zeigte auch ein amüsantes Beispiel, Salat in einem alten Koffer zu pflanzen und erwähnte das jetzt so moderne urbane gärtnern.

Markus merkte an, dass in Saaldorf der Sitz vom Landschaftspflegeverband ist. Dort kann man sich melden und z. B. seine Äpfel mit der Bio-Sammel-Zertifizierung versehen lassen. Oberste Voraussetzung ist, dass die Obstgärten nicht künstlich gedüngt werden. Es darf nur noch natürlicher Dünger ausgebracht werden. Näheres und weitere Infos kann man dort, direkt vor Ort erfragen. Die Adresse: Moosweg 3, in 83416 Saaldorf-Surheim,
Tel.-Nr.: + 49 8654 1299133 oder auch www.lpv-bgl.de.

Er gab auch den guten Rat, die Garten-Arbeit nicht als Last, sondern als Freude anzusehen. Nicht ständig über die viele Arbeit zu jammern. Denn wenn das so eine Last für einen ist, so Markus verschmitzt: „Dann is g‘scheiter, ihr betoniert den Garten zua!“ Stattdessen soll man eine Freude damit haben, denn dann gibt uns der Garten so viel zurück. Und er meinte nicht nur die Ernte.

Er erzählte lebhaft von früh blühenden Christrosen und dass an so mancher Stelle die ersten Schneeglöckchen schon durchgespitzt haben. Alle Frühlingsblumen warten schon auf’s austreiben. Denn immer wenn der Schnee weg ist, wird sich als erster der Huflattich zeigen. Er ist eine wertvolle Heilpflanze, besonders die Blätter davon.
Primerl soll man nach dem Verblühen in den Garten setzen, sie kommen dann jedes Jahr wieder.
Im Wald blüht dann auch der Seidlbast, er verströmt einen honigsüßen Duft, ist allerdings auch sehr giftig.

Markus setzt sich auch sehr dafür ein, die Häuser und Balkone mit bunten Blumen zu schmücken. Es sei das Aushängeschild eines jeden Hauses. Auch meinte er, dass zwischen den Balkonkästen ruhig immer Abstand sein darf, damit auch ein schöner Balkon zur Geltung kommt. Es sei denn, der Balkon ist recht „schiach“, dann darf natürlich Kasten an Kasten sein. Und weiße Blumen dazwischen, haben das gewisse etwas. Eine besonders gute Bienenpflanze ist Bidens (Zweizahn) „BeeDance“, sie blüht unermüdlich und sehr lange. Auch die Vanilleblume und die Schokoblume sind fein duftende Balkon- und Kübelpflanzen mit denen man viel Freude hat. Es ist ratsam, diese Pflanzen in Nähe der Terrasse oder neben Gehwegen zu pflanzen. Da hat man am meisten davon, wenn man vorbeigeht und es riecht so fein. Ebenso das Wandelröschen (Lantana) ist ausgesprochen pflegeleicht und blüht immer fort.

Wächst im Garten Bauernstolz, braucht man nichts tun, einfach absamen lassen, er kommt immer wieder. Genauso Borretsch - ist eine wunderschöne Gewürzpflanze mit besonderer Raffinesse. Fein geschnitten geben die Blätter dem Gurkensalat einen exzellenten Geschmack. Auch die schönen blauen Blüten über Kartoffelsalat sind nicht nur eine Augenweide. Und alle Insekten „fliegen drauf“.

Auch blühende 1-jährige Blumenwiesen sind sehr wichtig und ein Magnet für alle Insekten. Und auch Kinder können wieder Blumen pflücken auf einer solchen Wiese. Bei der Neuanlage muß allerdings das Gras abgestochen werden.

Markus sagt auch, es sei das sinnloseste sich über das Wetter zu ärgern, denn man kann es eh nicht ändern. Recht hat er!

Zum Schmetterling des Jahres 2019 wurde der Schachbrettfalter (Melanargia galathea) gewählt.  Und jeder Gartler sollte in seinem Garten z. B. hinterm Haus ein „gschlampertes Fleckerl“, wo nicht so schön aufgeräumt ist, haben. Dann trägt man dazu bei, seltenen Insekten ein Zuhause zu geben. Was in der heutigen Zeit immer wichtiger wird, betonte er ausdrücklich.

Grundsätzlich wollen Menschen selber säen, pflegen, ernten und auch essen. Es ist ein erhebendes Gefühl, dies selbst zu machen. Zu sehen wie alles wächst und gedeiht, ist einfach schön. Salatpflanzerl sollte man nach und nach pflanzen. Erst 10 Pflanzerl und die ca. 25-30 cm auseinander setzen. Nach 2 Wochen wieder neue Pflanzerl einsetzen. So wächst der Salat nie aus und man kann ihn nach und nach abernten.

Radieserl sind für kleine Kinder optimal, um sie an das Gärtnern heranzuführen. Denn Radieserl sind gesund, wachsen sehr schnell und sind nach ca. 6 Wochen zum Essen. Wenn Kinder von klein auf jedes Gemüse probieren dürfen, mögen sie dies auch im weiteren Leben gerne und frisch essen. Ideal sind hier verschieden farbige Cocktailtomaten, sie schmecken meist süßlich, reifen schnell und sind ein optimales Naschgemüse für Groß und Klein.

Schwarze Flecken am Boden von Tomaten deuten darauf hin, dass die Pflanze evtl. zu trocken wurde. Tomaten mindestens in einen 20-Liter-Kübel pflanzen und diesen pro Tag mit mindestens 8-10 Liter Wasser versorgen. Ebenso wie Tomaten, sollten Paprika auch einen geschützten Standort haben.

Für alle Kohlarten ist der Kohlweißling eine echte Plage, von Markus liebevoll „Krautscheißer“ genannt. Die einfachsten Pflanzenschutzmaßnahmen sind hier Daumen und Zeigefinger, alles Weitere erklärt sich selbst.

Rhabarber braucht extrem viel Wasser und auch reichlich Dünger. Hier ist ratsam, rundum ausgiebig Kompost ausbringen. Auch sollte man beim Rhabarber die Blätter lange dran lassen. Ansonsten reichen im Garten auf einen Quadratmeter Fläche ca. 5-7 Liter Kompost.

Den Schnittlauch sollte man unbedingt blühen lassen. Dies ist nicht nur für die Insekten gut, auch sind die Blüten eine schmackhafte Beigabe zu Salaten, auf’s Butterbrot usw. Die Schnittlauchstöcke sollte man alle paar Jahre teilen und auch mal woanders hinsetzen.

Bei Basilikum ist es ratsam, auf Strauchbasilikum (z. B. „African blue“ oder „Magic blue“) zurück zu greifen. Dieser ist viel aromatischer und robuster, blüht wunderbar und duftet herrlich. Eine hervorragende Bienenweide außerdem. Man kann Strauchbasilikum auch überwintern. Dies geht hervorragend, denn dann braucht man ihn nicht jedes Jahr neu zu kaufen und man hat auch im Winter frische Basilikumblätter.

Die Schlussworte von Markus Putzhammer: „Es gibt alles zu kaufen doch, wenn man es selber anbaut, ist es viel wertiger und außerdem gesünder!“

Mit lang anhaltendem Beifall wurde Markus Putzhammer für seinen kurzweiligen Vortrag belohnt. Übrigens, der letzte Vortrag, den er als Kreis-Fachberater in Saaldorf hielt, bevor er in ein paar Monaten, in seinen wohlverdienten Ruhestand geht.

Kleines Geschenk für jeden unserer Besucher
Heuer gab es für jeden Besucher der Versammlung einen „nachhaltigen“ Kugelschreiber aus Bambus mit Metallclip. Wenn dieser leer geschrieben ist, muß man ihn nicht wegwerfen, man kann die Mine austauschen und so hat man lange Freude damit. Der Kugelschreiber ist mit unserem Vereins-Aufdruck und unserer Internetadresse versehen. Hiermit wollten wir uns bei jedem einzelnen Gast für die Treue und das Interesse an unserer Arbeit bedanken. Unsere Gäste zeigten sich sehr erfreut über dieses kleine Geschenk.

Top-Kasse
Der Kassenbericht wurde von unserer Kassierin Martina Kramer in bewährter Weise vorgetragen. Von Rosi Eder und Tamara Haas wurde die Kasse bestens geprüft. Tamara Haas bestätigte –wie immer- eine ordentliche und einwandfreie Kassenführung. Somit wurden nach der Abstimmung, die Kassierin und der gesamte Vorstand einstimmig entlastet.

Reichhaltige Tombola
Nachdem alle Lose verkauft waren, fand die Ausgabe der Tombola Preise statt. Sepp Warislohner bedankte sich bei allen Sponsoren, die speziell die reichhaltige Tombola ermöglicht hatten. Auch der ganzen Mannschaft, die in vielen Stunden alles liebevoll vorbereitete, sprach Sepp seinen herzlichen Dank aus. Die Tombola umfasste viele Blumen, verschiedene Deko-Sachen aus Holz, Schwammerl, Honig, Eier, Brot und vieles mehr. Die Helferinnen und Helfer brachten die Preise persönlich zu den einzelnen Gewinnern.

Zum Schluß bedankte sich Sepp bei allen anwesenden Besuchern für ihr Kommen. Auch dankte er seinen Vorstandsmitgliedern, Beisitzern sowie allen Helfern und Aktiven für die ausgezeichnete Unterstützung. Nicht zu vergessen, der Fleiß und die fortwährende Einsatzbereitschaft im letzten Vereinsjahr.

Text: R. Simon

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